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Chronik der Blaskapelle PDF 

Vorbereitungen
1957 wurde Kaplan Hermann Eigner von Wartenberg nach Isen berufen. Der begeisterte Musiker ging noch im gleichen Jahr daran, am neuen Wirkungsort eine Blaskapelle zu gründen. Zur Beschaffung der notwendigen Instrumente führten junge Leute im Herbst 1957 eine Haussammlung durch. Das Sammelergebnis, die Spenden einiger Isener Vereine und ein Zuschuss aus dem Landjugendplan erbrachten insgesamt eine Summe von 5.000,- DM. Damit wurden drei Klarinetten, drei Flügelhörner, zwei Trompete, drei Tenorhörner, zwei Posaunen, eine Tuba und ein Schlagzeug beschafft.

Anfangszeit (1958 - 1962)
Im Februar 1958 begannen 14 Jugendliche die Probenarbeit. Unter Anleitung Eigners übten Karl Baumann, Johann Baumgartner, Gerhard Wagner Klarinette - Josef Geisberger, Martin Mayr, Helmut Deuschl Flügelhorn - Zeno Sanner, Konrad Nußrainer, Josef Baumgartner Tenorhorn - Konrad Bauer, Heinz Kaiser Posaune - Rudi Liebhardt Schlagzeug. Die Trompetenschüler Werner Junker und Josef Herweger betreute Karl Plaschke. Jeden Montagabend drang aus dem Schulsaal im alten Rathaus von 19 bis 21.30 Uhr das kunterbunte Tonmosaik der werdenden Bläser. Paula Weiß lieferte - handgeschrieben! - das Notenmaterial.

Im Mai 1958 hatte das junge Ensemble, von Kaplan Eigner "Blaskapelle der katholischen Jugend" bzw. "der Kolping-Jungmännergemeinschaft Isen" (K.J.I.) benannt, bei einer Maiandacht ihren ersten Auftritt, kurz danach, bei der Fronleichnamsprozession, den zweiten. In wenigen Monaten war es Eigners musikalischem Talent und seiner Energie gelungen, die Blaskapelle zu fundieren. Der Erfolg bewog weitere Jugendliche zum Beitritt und zum Erlernen eines der gefragten Instrumente. Und beschränkte man sich in der Aufbauphase noch auf das Musizieren gottesdienstlicher Weisen, so kamen nun - um bei Fahnenweihen und anderen weltlichen Anlässen mitwirken zu können - Märsche, Polkas und Potpourris hinzu. 1959 feierten die Eschbaumer Schützen Fahnenweihe. Dabei spielte die Blaskapelle den Weckruf, den Kirchengang und in der Turnhalle die Unterhaltungsmusik des Tages. Im Jahr darauf umrahmte sie in gleicher Art die Fahnenweihe des Trachtenvereins Isen und der Freiwilligen Feuerwehr der Marktgemeinde.

Die Ära Konrad Bauer (1962 - 1978)
Im Februar 1962 verlor die junge Blaskapelle ihren Gründer und Kapellmeister. Kaplan Eigner ging nach Dorfen, wo er bis zu seinem Ableben im Dezember 1986 Stadtpfarrer war. Die Nachfolge trat Chorregent Konard Bauer an. Den "Kinderschuhen" entwachsen, bestritt die Blaskapelle nun jährlich etwa 25 Auftritte. Die Routine hob das Niveau! Also wagte man sich an schwierigere Musikstücke, an die Märsche "Alte Kameraden", "Colonel Bogey", "Hoch Heidecksburg", den "Bayerischen Defiliermarsch" und an Operettenmelodien. Freilich um wichtige Stimmen voll zu besetzt zu haben, mussten auswärtige Bläser herangezogen werden. Aber seit 1974 - zwischen 1971 und 1973 hatte das Ensemble sechs einheimische Zugänge zu verzeichnen - war Fremdhilfe nicht mehr nötig. Zudem festigte sich der Ruf der Isener und überschritt mit dem Jahr 1974 die Heimatgrenzen. Es kam steigend zu Auftritten in Nachbargemeinden.

Erste Konzerte
Durch 15 Jahre leitete und förderte Konrad Bauer die Musikkapelle Isen. Nach seinem beruflich veranlassten Weggang nach Wasserburg am Inn übernahm im Februar 1978 Balthasar Nußrainer den Platz am Dirigentenpult. Dadurch bedingt verspätete sich die Feier des Zwanzigjährigen; es wurde erst im November 1979 begangen. Im Monat darauf, am 24. Dezember, blies man erstmalig wieder die Isener Weihnacht an. Das ist inzwischen gute Tradition geworden.

Der nach fleißliger Aufbauarbeit eingestellte Erfolg ermutigte zu dem Entschluss, im Zwei-Jahres-Turnus - jeweils im November - im Klementsaal einen Konzertabend zu veranstalten. Jeder der bisherigen Musikabende fand reichlich Applaus! Da erklangen zum einenmal Melodien des Weiten Russlands, da sang Ralf Tremmel mit prächtiger Stimme "Wie mein Ahnl zwanzig Jahr und g'sunder Wildschütz war..."

Der liebenswürdige Sänger lebt nicht mehr. Ralf Tremmel ist am 30. Mai 1992 knapp 32jährig, nach langer, schwerer Krankheit gestorben. - Ehre seinem Andenken!

Aufbau einer Nachwuchskapelle
Balthasar Nußrainer rief 1982 mit musikinteressierten Jugendlichen im Alter von 11 bis 16 - darunter auch Mädchen - eine Nachwuchskapelle ins Leben. Die Isener Blasmusik gliederte sich fortan in zwei Gruppen, in Senioren und Jugend. Der November 1983 brachte die 25-Jahr-Feier der Kapelle. Dabei trat - er hatte zwischenzeitlich fleißig geprobt - neben den Senioren der Nachwuchs an die Öffentlichkeit. Zur Freude aller war Stadtpfarrer Eigner im Saal, freundlicher und ebenso kritischer Zuhörer. Vor Schluss der Veranstaltung begab er sich auf die Bühne und dirigierte einen schneidigen Marsch. Es war das letzte Mal, dass er am Ort seines ehemaligen Wirkens den Taktstock hob.

Inner- und außerhalb der Gemeinde und Pfarrei mehrte sich die Tätigkeit der Bläser. Zuweilen spielten Senioren und Jugend gleichzeiti. Beide Gruppen ernteten Lob und Anerkennung. Ein Höhepunkt wurde zur 550-Jahr-Feier der Markterhebung von Isen erreicht. Das war 1984! Hierbei ließ man nicht nur am Heimatort klingendes Spiel hören, sondern auch in der Partnergemeinde Ernstbrunn in Niederösterreich.

Die Blaskapelle wird zum e.V.
Im Januar 1988 wurde durch Mitgliederbeschluss die Blaskapelle zum Verein aufgewertet, eine Satzung erstellt und beim Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt. Zudem trat man dem Musikbund von Ober- und Niederbayern, Bezirk München, bei. Der Beitritt bedeutete einen Meilenstein nach oben; fortan steigerte sich das musikalische Niveau. Noch im gleichen Jahr nahm man bei dem in Gars am Inn veranstalteten Bezirksmusikfest am Konzert- und Marschwettbewerb teil.

Seither tritt die Kapelle mit Erfolg beim jährlichen Konzert- und Marschwettbewerb an, ebenso beim "Spiel in kleinen Gruppen". Sie erreichte den Aufstieg von der Unter- in die Oberstufe und verbesserte gleichzeitig ihr Punkteergebnis. Zum Höhepunkt seit der Gründung wurde 1988 die Feier des Dreißigjährigen. Den Auftakt hierzu bildeten die Frühjahrskonzerte in Isen und Rechtmehring. Der Volksfestsonntag, sah den großen Festzug aller Isener und Lengdorfer Vereine durch den Markt, den die Heimatkapelle mit frischer Marschmusik anführte und die Gastkapelle Ernstbrunn mit gleichem Schwung begleitete. Das Festjahr beschloss eine Abendserenade, dargeboten von Bläsern, der Liedertafel und dem Kirchenchor.

Frühjahrskonzerte
Seit 1988 gibt die Blaskapelle jährlich ihr Frühjahrskonzert, das zusehends Besucher anlockt. Der Klementsaal erwies sich schließlich als zu klein, man war genötig, die Veranstaltung in die geräumige Schulturnhalle zu verlegen. Seit 1991 bestreitet die Blaskapelle neben dem Frühjahrskonzert auch ein Herbstkonzert.

Etwas Besonderes waren gewiss die "Grüße aus Isen", die der Bayerische Rundfunk im Oktober 1991 ausstrahlte. Die Bläser haben diese Grüße mit ihrer Musik festlich umrahmt. Überdies wurde 1992 für den Musikbund eine Kassette mit drei Orchesterstücken aufgenommen.

Weitere Ereignisse des Jahres 1992 waren der Eintrag der Blaskapelle Isen in das Vereinsregister beim Amtsgericht Erding und die Ernennung des langjährigen zweiten Dirigenten Josef Geisberger zum Ehrenmitglied.

Früh legte die Kapelle wert auf ein uniformes Erscheinungsbild. Bereits 1968 wurde gleiche Jacken, 1973 rote Westen und 1983 nochmal einheitliche Sakkos beschafft. Zum 30jährigen Gründungsfest anno 1988 kleidete sich die Kapelle neu mit Lederhosen und roten Gilets ein.

Das Jahr 1993 brachte die 35-Jahr-Feier der Musikkapelle. Dazu wurde eine Festschrift erstellt. Alle nennenswerten Ereignisse um die Kapelle werden seit 1994 im "Blasmusi-Expreß", der Vereinszeitschrift, festgehalten.

Seit 1994 finden im Sommer - vor allem in den Nachbargemeinden - Standkonzerte statt, um die musikalische Vielfalt der Kapelle auch außerhalb von Isen zu demonstrieren. Sicherlich mit ein Grund, warum seit 1996 die Frühjahrskonzerte aufgrund des großen Besucherandrangs an zwei Abenden in der Schulturnhalle stattfinden.

Hohes Niveau und Live-Aufnahmen
Etwas Besonderes waren gewiss die sechs goldenen Leistungsabzeichen, die im November 1995 von sechs Musikern abgelegt wurden. Überdies wurde 1996 die erste CD als Live-Mitschnitt des Frühjahrskonzertes und eine Videokassette produziert.

Kulturpreisträger des Landkreises Erding und 40jähriges Jubiläum
Der krönende Abschluss im vergangenen Jahr war die Auszeichnung der Blaskapelle Isen zum Kulturpreisträger des Landkreises Erding durch Landrat Xaver Bauer. Die zweite CD - vom Frühjahrskonzert 1997 mit 1.500 Zuhörern - erschien pünktlich zum 40jährigen Gründunsfest der Blaskapelle Isen am 21. und 22. Juni 1997.

 

von Balthasar Nußrainer